Wie wird Kaffee entkoffeiniert?

Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt des koffeinfreien Kaffees!
Von seinen ersten handwerklichen Techniken bis zu moderneren, sichereren Methoden erfahren Sie, wie Koffein extrahiert wird, welche Bedenken hinsichtlich seiner potenziellen Toxizität bestehen und welche Umweltauswirkungen damit verbunden sind. Ob Sie nun ein Liebhaber von koffeinfreiem Kaffee sind oder einfach nur neugierig – dieser Artikel bietet Ihnen einen umfassenden Überblick, um Ihre Konsumentscheidungen zu erleuchten.
Ich habe mich oft gefragt: Wie wird Kaffee entkoffeiniert?
Nach meinen Recherchen tauchten weitere Fragen auf: Ist entkoffeinierter Kaffee giftig? Welche Umweltauswirkungen haben die Verfahren? Wenn Sie wie ich gerne ab und zu einen koffeinfreien Kaffee genießen, werden Sie die Hintergründe seiner Herstellung kennenlernen wollen.
Eine Studie hat gezeigt, dass selbst entkoffeiniert einige Getränke 1 bis 2 % (und manchmal bis zu 20 %) ihres ursprünglichen Koffeingehalts behalten.
Ein wenig Geschichte
Im Jahr 1820 gelang es dem Chemiker Friedlieb Ferdinand Runge, reines Koffein zu isolieren. Er versuchte nicht, sein Verfahren für entkoffeinierten Kaffee zu patentieren: Sein Ziel war vor allem wissenschaftlich.
Das erste kommerzielle Verfahren wurde vom Deutschen Ludwig Roselius im Jahr 1903 erfunden (patentiert 1906) und zufällig entdeckt, als seine Ladung Kaffeebohnen während des Transports in Meerwasser einweichte. Das Ergebnis: Ein Großteil des Koffeins war verschwunden, aber nicht der Geschmack.
Die ersten industriellen Verfahren verwendeten Dampf, Säuren, Basen und… Benzol! Da letzteres krebserregend ist, wurde es aufgegeben. Seitdem haben sich die Methoden zu weniger toxischen Alternativen weiterentwickelt.
Die gemeinsamen Prinzipien der Entkoffeinierung
Die Entkoffeinierung erfolgt immer bei grünen Bohnen (nicht geröstet).
Die Herausforderung: Ausschließlich das Koffein entfernen, während die anderen für Geschmack und Aroma verantwortlichen Verbindungen erhalten bleiben.
Da Koffein wasserlöslich und polar ist, wird bei allen Verfahren Wasser verwendet. Da es aber nicht selektiv ist, greift man häufig auf ein Entkoffeinierungsmittel zurück: Methylenchlorid, Aktivkohle, CO₂ oder Ethylacetat.
Die wichtigsten Entkoffeinierungsmethoden
1. Durch organische Lösungsmittel
Heute werden hauptsächlich verwendet:
- Dichlormethan: wirksam, aber leicht toxisch, es muss im Endprodukt unter 10 ppm vorhanden sein.
- Ethylacetat: ebenfalls leicht toxisch, wird aber als „natürlich" dargestellt, wenn es aus der Fermentation von Zuckerrohr gewonnen wird.
2. Extraktion mit überkritischem CO₂
Hier wirkt CO₂ im überkritischen Zustand als Lösungsmittel, um selektiv das Koffein zu extrahieren, ohne die Aromen zu beeinträchtigen.
Dieses Verfahren vermeidet die Verwendung potenziell schädlicher Chemikalien und liefert einen entkoffeinierten Kaffee von kommerzieller Qualität.
3. Entkoffeinierung mit Wasser
Die Bohnen werden in heißem Wasser eingeweicht, das mit aromatischen Bestandteilen gesättigt ist, um deren Verlust zu begrenzen.
Das Wasser wird anschließend durch einen Aktivkohlefilter geleitet, der das Koffein zurückhält, und dann wieder den Bohnen zugeführt. Ergebnis: ein Kaffee mit gutem Aroma, ohne chemische Lösungsmittel.





